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August 20, 2007

Erfolgreich mit Solarkochern für Indien

Gespeichert unter: Vorbilder — Ulrike Sennhenn @ 11:01

Shirin Gadhia ist eine 56jährige Inderin, die den weltweit größten Hersteller für Solarküchen aufgebaut hat – aus einem Ein-Frau-Betrieb heraus!

Sie begann 1988, als es üblich war, mit Holz zu kochen … drei Kilo davon benötigte eine Familie pro Tag. Gaskocher konnten sich die Meisten nicht leisten. Die Folge war das Abholzen von Bäumen, voranschreitende Bodenerosion, mehr und mehr Verlust von fruchtbarem Ackerland. Hinzu kam der Klimawandel: es wird immer heißer und trockener.

Shirin Gadhia hat in Berlin studiert und erinnert sich an einen Studienfreund, der einen einfachen Solarkocher mit Parabolspiegel entwickelt hat, zu einem Preis von unter 100 Euro. Da Shirin die Scheu ihrer Landsleute vor moderner Technik kennt, gründete sie das Ökozentrum ICNEER und schulte Einheimische, die in den Dörfern Beratung anboten.

Ein Konzept, das erfolgreich ist! Inzwischen ist sogar ein komplettes Dorf auf Solarkocher umgestiegen … und spart pro Monat 3 Tonnen Holz! Somit ist gleich doppelter Nutzen vorhanden: weniger schädliche Abgase und der Schutz der Bäume.
Shirin Gadhia ist Genetikerin (studierte in Deutschland), hat promoviert und könnte viel Geld verdienen … warum engagiert sie sich für die Umwelt?

Shirin gibt strahlend die Antwort, dass sie genau das auch ihr Mann gefragt habe, der einen angesehen Job als Ingenieur hat, aber unzufrieden ist – während sie wenig Geld verdient und glücklich sei. Und sie hätte ihm gesagt: „Weil es bei Dir nur um Geld und Ansehen geht. Ich mache eine Arbeit, die ich sinnvoll finde.

Die Wende in ihrem Leben war die Begegnung mit einer Anhängerin Sai Babas. Seine Aussage „das wahre Glück lässt sich nur erfahren, wenn man für andere arbeitet“ hat sie zutiefst berührt, und inzwischen hat sie auch ihren Mann „bekehrt“, der seinen Job aufgab und nun die Firma seiner Frau unterstützt. Ihr unermüdliches Engagement und sein Geschäftssinn haben das kleine Unternehmen rasch wachsen lassen und es wurden immer wieder neue innovative Produkte herausgebracht.

Es folgten Anfragen von Großorganisationen … wie die eines hinduistischen Nonnenklosters, das für 1000 Menschen kochen wollte. Für die Anschaffung der dafür nötigen Technik bekam sie eine Anschubfinanzierung der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). „Man begegnet ja irgendwie immer den Menschen, die man braucht.“

Inzwischen fertigte ihre Firma den größten Solarkocher der Welt für einen Tempel an, der täglich 30.000 Menschen mit Gratis-Mahlzeiten versorgt. Hier lohnte sich die Investition sogar finanziell: täglich werden 400 Liter Diesel gespart, bereits nach 3 Jahren waren die Anschaffungskosten hereingeholt.

Quelle: Brigitte 18/2007

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